Hinschauen
Das Viertel in Bildern – anders, überraschend, direkt.
Was wir (nicht) zeigen, und warum
Das Bahnhofsviertel hat, wie allgemein bekannt, eine offene Drogenszene. Es gibt Obdachlosigkeit, Armut, Sucht und menschliches Elend. Wir entscheiden uns bewusst, Menschen in schwierigen Situationen nicht zu zeigen und uns nicht an der Schaulust zu beteiligen oder diese noch mehr zu bedienen. Das geschieht ohnehin in vielen Medien viel zu sehr. Das Leid wird instrumentalisiert und zum Spektakel gemacht, und die Perspektive auf das Bahnhofsviertel wird massiv verengt und gelenkt.
Wir wissen sehr genau um die bestehenden Probleme. In Interviews lassen wir Experten zu Wort kommen, wir stellen unsere eigene Meinung dar und sind offen für jegliche konstruktiven Gastbeiträge und Leserbriefe. Wir blenden die Probleme nicht aus, aber wir wahren die Würde der verletzlichen Menschen im Bahnhofsviertel, indem wir Ihre Not nicht direkt zeigen.
Das Bahnhofsviertel hat aber so viel mehr zu bieten, was oft nicht gezeigt und wahrgenommen wird. Wir sammeln in dieser Rubrik Vielfalt, Anschauliches, Alltägliches und Nicht-zu-oft-Gesehenes, um das Bahnhofsviertel visuell zu spiegeln und zu erschließen.
Warum diese Seite?
Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist voller Widersprüche und Uneindeutigkeiten. Es ist schön und hässlich und manchmal beides zugleich. Es ist voller Armut und voller Reichtum. Es kann eine Zumutung sein. Und eine Offenbarung. Es ist niemals langweilig, es verkörpert die verdrängten und die blinden Flecken der bürgerlichen Gesellschaft, und daher mobilisiert es zuverlässig den Boulevard.
Das war noch nie anders. Und dennoch hat sich in den letzten Jahren der öffentliche Diskurs über das Bahnhofsviertel geändert: Er ist negativer geworden, schriller, unerbittlicher. Dominiert von Akteuren von außerhalb. Ob organisierte Lobby-Gruppen, Kosmetik verkaufende You-Tuber:innen oder die True-Crime-schauende Home-Office-Elite.
Wir wollen den vielen Menschen, die hier im Bahnhofsviertel leben und arbeiten, eine Plattform geben, ihre eigenen Geschichten zu erzählen. Von einem Kiez als migrantisch geprägter Integrationsmaschine und von Frankfurts kraftvollstem Innovationsmotor.
Wir haben mit vielen Menschen hier im Viertel gesprochen und begonnen, Geschichten und Bilder zu sammeln. Schritt für Schritt soll ein Kaleidoskop unseres Bahnhofsviertels entstehen. Von den Menschen hier. Für die Menschen hier. Und selbstverständlich auch für alle, die sich wirklich für dieses Viertel interessieren.
Wir sind eine private Initiative und betreiben diese kleine Webseite in unserer Freizeit. Macht mit. Schickt uns Geschichten, Bilder, Kommentare. Wir freuen uns!
Beste Grüße
Torsten, Oskar & Andreas








